Willkommenskultur? Nicht mit Latenznazis!

Sascha Lobo schreibt auf Spiegel Online einen sehr lesenswerten Artikel zu Pegida.

Er schreibt:

Ein neuer Bürgertypus betritt die Bühne: der Latenznazi

Der Erfolg von Pegida liegt darin begründet, xenophobe Signale zu senden, ohne dass sich Sender oder Empfänger das eingestehen müssten.

Die Erkennungscodes funktionieren sogar so eindeutig, dass man sich die ständige Scheindistanzierung leisten kann, “Wir sind keine Nazis”, “Wir haben nichts gegen Ausländer”, “Wir sind für das Asylrecht”. Diese Sätze brauchen nicht einmal mehr das früher typische “aber” dahinter, man versteht sich auch so.

Damit trifft er es,  wie ich finde, auf den Punkt.  PEGIDA besteht nicht aus dummen Nazis oder rechten Vollpfosten mit unterirdischen ortographischen und rhetorischen Kompetenzen. PEGIDA kommt aus unserer Mitte und das macht sie so gefährlich.

Lobo schreibt

Denn nicht die Dummheit ist das hervorstechende Merkmal der Pegida-Anhänger, sondern das hermetische Weltbild und die damit einhergehende Abkopplung von jeder Kausalität. Und verstörenderweise neigen auch Leute zu dieser Abkopplung, die nicht hauptberuflich dumm sind, zum Beispiel ist dieses Denkmodell auch in der ehemaligen Professorenpartei AFD bis in den Vorstand verbreitet. Und weit darüber hinaus. Solche Leute wollen sich von nervigen Fakten nicht ihre gefühlte Wahrheit verderben lassen. Deshalb ist es folgerichtig, dass die Proteste gegen Islamisierung in Dresden stattfinden, wo es einen kaum mehr messbarem Anteil muslimischer Einwohner gibt.

Mich erinnert das sehr an Bewegungen,  die es in Deutschland schon einmal gab –  vor 70 Jahren.  Solange es um Fußball,  Döner und Asia Imbiss geht,  darf man in Deutschland ‘zu Gast bei Freunden’  sein.  Aber unter dieser oberflächlichen Willkommenskultur durchziehen offensichtlich tiefliegende ausländerfeindliche und antidemokratische Resentiments unsere Gesellschaft.  PEGIDA hat ihnen nun sowohl ein virtuelles als auch eine  reales Gesicht gegeben.

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